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Ovid : Die lykischen Bauern (Metamorphosen - 06, 339-381)
Ein Reisender auf dem Weg nach Lykien entdeckt einen Altar inmitten eines Teiches voller Frösche. Sein Führer erzählt ihm, dass dieser Altar der Göttin Latona geweiht sei, die auf der Flucht vor dem eifersüchtigen Juno mit ihren Kindern Apollo und Diana in die Gegend gekommen sei.
Iamque Chimaeriferae, cum sol gravis ureret arva,
finibus in Lyciae longo dea fessa labore
sidereo siccata sitim collegit ab aestu,
uberaque ebiberant avidi lactantia nati.
Forte lacum mediocris aquae prospexit in imis
vallibus; agrestes illic fruticosa legebant
vimina cum iuncis gratamque paludibus ulvam.
Accessit positoque genu Titania terram
pressit, ut hauriret gelidos potura liquores.
Rustica turba vetat; dea sic adfata vetantis:
"Quid prohibetis aquis? Usus communis aquarum est.
Nec solem proprium natura nec aera fecit
nec tenues undas: ad publica munera veni.
Quae tamen, ut detis, supplex peto. Non ego nostros
abluere hic artus lassataque membra parabam,
sed relevare sitim. Caret os umore loquentis
et fauces arent vixque est via vocis in illis.
Haustus aquae mihi nectar erit, vitamque fatebor
accepisse simul: vitam dederitis in unda!
Hi quoque vos moveant, qui nostro bracchia tendunt
parva sinu!” – Et casu tendebant bracchia nati.
Quem non blanda deae potuissent verba movere?
Hi tamen orantem perstant prohibere minasque,
ni procul abscedat, conviciaque insuper addunt.
Nec satis est: ipsos etiam pedibusque manuque
turbavere lacus imoque e gurgite mollem
huc illuc limum saltu movere maligno.
Distulit ira sitim; neque enim iam filia Coei
supplicat indignis nec dicere sustinet ultra
verba minora dea tollensque ad sidera palmas
"aeternum stagno", dixit, "vivatis in isto!"
Eveniunt optata deae: iuvat esse sub undis
et modo tota cava submergere membra palude,
nunc proferre caput, summo modo gurgite nare,
saepe super ripam stagni consistere, saepe
in gelidos resilire lacus. Sed nunc quoque turpes
litibus exercent linguas pulsoque pudore,
quamvis sint sub aqua, maledicere temptant.
Vox quoque iam rauca est inflataque colla tumescunt
ipsaque dilatant patulos convicia rictus.
Terga caput tangunt, colla intercepta videntur,
spina viret, venter, pars maxima corporis, albet,
limosoque novae saliunt in gurgite ranae.
Übersetzung:
Und schon im Gebiet des chimärenreichen Lykiens, als die schwere Sonne die Äcker versengte, bekam die durch die lange Anstrengung erschöpfte und von der Sonnenglut ausgedörrte Göttin Durst und die Kinder hatten begierig die milchgebenden Brüste ausgetrunken. Sie erblickte zufällig einen See mit mäßig tiefem Wasserstand ganz unten im Tal. Die Bauern sammelten dort buschige Weidenruten mit Binsen und sumpfliebenden Schilf. Die Titatentochter näherte sich und nachdem das Knie aufgesetzt worden war, drückte sie die Erde hernieder, damit sie das kühle Nass schöpfen (konnte), um (es) zu trinken. Die bäuerliche Menge verbietet es; die Göttin sprach die Verbietenden auf folgende Weise an: "Was verbietet ihr (mich von dem) Wasser ab? Der Gebrauch des Wassers ist allgemein (freier: im Gemeinen gelegen).
Weder machte die Natur die Sonne, noch die Luft, noch die klaren Wellen (irgendjemandem) zu eigen: Ich bin zu Gaben gekommen, die allen gehören.
Diese dennoch dennoch erbitte ich flehentlich, damit ihr (mir) sie gebt. Ich schickte mich nicht dazu an, hier unsere Gelenke und ermüdeten Glieder abzuwaschen, sondern den Durst zu löschen. Der Mund der Sprechenden entbehrt der Feuchtigkeit und die Kehle ist trocken (lat. pl.) und kaum ist der Weg der Stimme in jener. Ein Schluck des Wassers wird mir Nektar sein und ich werde bekennen das Leben im gleichen Moment erhalten zu haben: Ihr werdet Leben durch Wasser gegeben haben! Die mögen euch auch bewegen, die (ihre) kleinen Arme aus unserem Schoß strecken!" - Und durch Zufall streckten die Kinder die Arme.
Wen hätten die schmeichelhaften Worte der Göttin nicht bewegen können?
Diese dennoch fahren fort die Bittende zu hindern und fügen Drohungen und, wenn sie nicht in die Ferne weggehe, Schmähungen hinzu.
Und es ist nicht genug: Sie trübten auch mit Händen und Füßen (wörtlich: mit Füßen und der Hand) die Gewässer selbst und bewegten den weichen Schlamm durch böswilligen Sprung hierhin und dorthin.
Der Zorn schob den Durst auf; denn weder fleht die Tochter des Coeus nun die Unwürdigen an, noch erträgt sie weiterhin die ziemlich kleinen Worte zu sagen und sagte, die Handflächen zum Himmel emporhebend: "Möget ihr ewig in diesem See da leben!"
Die Wünsche der Göttin ereignen sich: es erfreut unter Wasser zu sein (lat. Pl.) und bald die ganzen Glieder im tiefen Teil des Sees unterzutauchen, nun den Kopf hervorzustrecken, auf höchste Art und Weise an der Oberfläche zu schwimmen, oft über dem Ufer des Flusses zusammenzukommen. oft in die kalten Fluten zurückzuspringen. Aber nun üben sie auch die bösen Zungen im Streit und nachdem das Schamgefühl überwunden worden ist, versuchen sie, obwohl sie unter Wasser sind, unter Wasser zu lästern.
Die Stimme ist auch schon rau und die aufgeblasenen Hälse schwellen an und das Geschimpfe (lat. Pl.) selbst verbreitert die offenstehenden Mäuler. DIe Rücken berühren den Kopf, die Hälse scheinen unterbrochen, der Rücken ergrünt, der Bauch, der größte Teil des Körpers, wird weiß und die neuen Frösche springen in die schlammige Strömung.